Graupapageien züchten
Die Zucht von Graupapageien ist eine anspruchsvolle, aber auch zutiefst erfüllende Aufgabe. Wer erfolgreich züchten möchte, braucht Erfahrung, die richtige Ausstattung und viel Zeit.
Geschlechtsreife und Paarung
Graupapageien werden mit 4–6 Jahren geschlechtsreif. In der Natur leben sie in monogamen Partnerschaften – auch in Gefangenschaft ist eine stabile Paarbindung die Grundvoraussetzung für erfolgreiche Zucht.
Die Geschlechtsbestimmung ist beim Graupapagei ohne DNA-Test nicht sicher möglich – beide Geschlechter sehen identisch aus.
Voraussetzungen für die Zucht
- Stabiles Paar: Beide Tiere müssen sich wirklich mögen (kein erzwungenes Paar)
- Ruhiger Standort: Brutvoliere sollte möglichst ungestört sein
- CITES-Papiere: Für Verkauf der Jungtiere zwingend erforderlich
- Behördliche Meldung: Je nach Bundesland meldepflichtig
Die Nistbox
Graupapageien brüten in Baumhöhlen. Die Nistkastenmaße:
| Maß | Empfehlung |
|---|---|
| Innendurchmesser | 25–30 cm |
| Tiefe | 50–70 cm |
| Einflugloch | 10–12 cm |
Als Material eignet sich unbehandeltes Holz, befüllt mit Hobelspänen oder Korkgranulat.
Brutverhalten
- Brutzeit: Januar bis Juni (Hauptbrutsaison)
- Gelege: 2–4 Eier
- Brutdauer: 28–30 Tage
- Nestlingszeit: 10–12 Wochen
Das Weibchen brütet hauptsächlich, wird vom Männchen gefüttert.
Handaufzucht
Bei der Handaufzucht werden Küken nach 1–3 Wochen entnommen und von Hand aufgezogen. Das Ergebnis sind besonders zahme, menschenbezogene Jungtiere.
Wichtig: Handaufzucht erfordert viel Erfahrung. Zu frühes Entnehmen oder falsche Aufzuchttemperatur sind häufige Fehlerquellen.
Aufzuchttemperaturen
| Alter | Temperatur |
|---|---|
| 0–2 Wochen | 35–37°C |
| 2–4 Wochen | 32–35°C |
| 4–6 Wochen | 28–32°C |
| Ab 6 Wochen | Raumtemperatur |
Fazit
Wer Graupapageien züchtet, trägt aktiv zur Ex-situ-Erhaltung der Art bei und verringert den Druck auf Wildpopulationen. Verantwortungsvolle Zucht mit vollständiger Dokumentation ist dabei unerlässlich.